Die 9 treffen sich nach 3 Monaten Training
Bitte lies zuerst die Vorgeschichte „Die 9 Arten Gott zu lieben.”
„Ich hätte nicht gedacht, dass mir 24 Stunden nichts essen so schwer fällt und
ohne dich hätte ich nie durchgehalten! Danke.“, sagte Sinnlich.
„Du hast es durchgezogen, Glückwunsch!“, meinte Asketisch, während sie sich abklatschten.
„Dank dir habe ich mal wieder einen Film geschaut.
Aber mit einem schlechten Gewissen kämpfe ich schon noch – weil ich die Zeit nicht zum Bibel lesen und beten genutzt habe.“
„Ihr müsst halt beide noch üben.“, meinte Bibelzentriert, während sie mit den 6 anderen zur offenen Tür hereinkam.
Alle begrüßten einander während sie weiter ins Wohnzimmer gingen.
„Schlag doch mal die Bibel auf und such einen Vers als Motto für den Tag aus!“, forderte Mystisch sie auf. „Danach hören wir dann in uns hinein wie der Heilige Geist das Wort anwenden will.“
„Sehr gerne!”, sagte Bibelzentriert. „Meine Wahl fällt auf Psalm 133,1:
Wie wohltuend und schön ist es, wenn Geschwister, die beieinander wohnen, sich auch gut verstehen!“
„Das passt ja perfekt!“, entgegnete Enthusiastisch und lachte. „Ich such schon mal unser Lobpreislied raus.“
Derweil hatte Sakramental seinen Rucksack geöffnet.
Er holte seinen siebenarmigen Leuchter, 7 elektrische Teelichter und ein kleines Bild mit Jesus und den Aposteln heraus und stellte alles auf den Tisch.
„Ich tanze dann heute mal – das wird mich Überwindung kosten.“, seufzte Rechtgläubig.
50 Minuten später waren sie mit ihrer Jesus-Runde am Ende. „So abwechslungsreich wars noch nie!“, sagte Rational. „Und das meine ich positiv.“
Sie hatten gesungen, getanzt, gelacht, geweint – und Gott gebeten zu ihnen zu sprechen.
„Heute sind wir ja noch aus einem anderen Grund hier zusammen.“,
tönte es plötzlich in der bekannten Stimme von Jesus. Ruck zuck war er da. Keiner hatte bemerkt, dass er aus dem großen Wandschrank stieg.
„Ich bin absolut stolz auf euch. Ich erstick schon fast an eurer Liebe, wenn ich so viel auf einmal krieg“, scherzte er.
„Juhu!“, rief Missionarisch. „Ich freu mich schon auf das, was wir heute vorhaben.“
Sinnlich ergriff das Wort: „Ich hatte euch ja schon eine Whatsapp Nachricht geschickt, dass ihr bitte Badesachen mitbringt. Als ich heute morgen über die Taufe in der Bibel gelesen habe, wurde mir Folgendes klar:
Obwohl ich schon als Baby getauft wurde, soll ich mich jetzt richtig taufen lassen. Da will ich ganz schnell gehorchen und keinen Tag länger warten.
„Ja, genial,“, sagte Missionarisch, „das ist genau mein Ding – mache ich sofort. Der See ist ja nur 100 Meter weit weg und das Wasser hat 28 Grad.“
„Ihr könntet es aber auch jemanden machen lassen, dem es nicht so leicht fällt, etwas für andere zu tun. Für dich, Missionarisch ist das ja einfach.“, wandte Jesus ein.
„Das wäre dann wohl meine Aufgabe“, meinte Sakramental, „denn der missionarische Stil ist momentan mein Schwächster.“
„Das schaffst du schon!“, erwiderte Jesus und alle nickten Sakramental aufmunternd zu.
„Schließlich gehört das zu den einfachsten Aufgaben in meiner Gemeinde für die du keine spezielle Gabe brauchst. Du musst mir nur vertrauen und selbst schon getauft sein.“
„Einverstanden!“, sagte Missionarisch. „Das überlasse ich dir, Sakramental.“
„Und schon hast du den asketischen Stil trainiert, indem du auf etwas verzichtet hast. Cool!“, meinte Rechtgläubig.
„Gut, dann packen wir Badesachen, was zu essen und trinken ein und starten in 16 Minuten.“
Am See ging alles schnell. Nach 30 Minuten war Sinnlich getauft und alle anderen – auch klitschnass. Sie freuten sich, lachten, spielten und bespritzten sich mit Wasser.
Manche beteten dabei und von irgendwoher drangen bekannte Lobpreislieder an ihr Ohr. Sie grölten mit.
„Ihr vermutet richtig,“ sagte Jesus, „eine der himmlischen Engelbands spielt heute für uns.“
Nachdem sie sich ein wenig beruhigt hatten, setzten sie sich in den Schatten und verteilten zuerst das Brot.
Plötzlich näherte sich ihnen eine Wolke.
Von ihr stiegen Petrus, Paulus, und Johannes herab.
Sie begrüßten einander herzlich und die 3 setzten sich dazu.
Dann aßen sie alle gemeinsam Trauben, Bananen, geräucherten Lachs und Ziegenkäse.
„Ich bin echt froh, dass ihr endlich den alkoholfreien Wein auf der Erde herstellen könnt.“, sagte Jesus, nachdem jeder schon was davon getrunken hatte.
„Als ich damals im Garten kurz vor meiner Kreuzigung mit den zweien hier beten wollte” – wobei er auf Petrus, und Johannes zeigte – „mussten die erst mal ihren Rausch ausschlafen.“ (Markus 14)
„Schon gut, schon gut!“, sagte er in Richtung der beiden, die ihn grimmig anschauten, „betrunken wart ihr nicht, aber der Weinkrug war nach dem Fest leerer als vorher.“
Nach weiteren 30 Minuten standen er und die 3 Himmelsbürger auf; er umarmte jeden und sagte: „Also dann, machts gut, wir sehen uns.“
„Heute keine rote Rakete?“ fragte Asketisch.
„Auf die habe ich verzichtet.“, erwiderte Jesus. „Ich gehe zu Fuß.“
Daraufhin kletterte er – wie an einer unsichtbaren Leiter – hinauf in Richtung strahlend blauem Himmel.
Die 9 schauten ihm nach, bis sie ihn aus den Augen verloren hatten.
„Tja, das ist eben Jesus. Jede Kleinigkeit hat eine Bedeutung.”, sagte Mystisch. „Jetzt hat er uns sogar eine Meditation verpasst, bei der wir alles um uns herum vergessen und uns nur auf ihn konzentriert haben – herrlich!”
Petrus und die anderen 2 machten sich langsam wieder zu ihrer Wolke auf, die in der Nähe wartete.
Einige Worte wollte Paulus vor Abflug allerdings noch loswerden:
„Stark, wie ihr in der Liebe zur Gottheit gewachsen seid. Macht weiter so! Dann könnt ihr euch bald dem 2. Teil des Liebesgebotes widmen. Ihr wisst, was ich meine?
Der Liebe zu euch selbst und zu eurem Nächsten.
Dann wird auch klar, was das folgende Sprichwort bedeutet:
„Wer sich selbst nicht liebt, ist ein Egoist.“
Nach diesen Worten waren die 3 aus dem Blickfeld der 9 verschwunden
– denen die Trennung diesmal ziemlich schwer fiel.